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Stefan Z.

Is ja Herrrrrrrrlich…

Was Unser tolles WiKi nicht alles so hergibt. Jetzt habe ich also eine Userseite, dabei wollte ich doch meine "virtuellen" Aktivitäten eher einstellen. Naja - So ist das nunmal mit den guten Vorsätzen, sind eigentlich nur dazu da um gebrochen zu werden.

Was fange ich denn jetzt mit der komischen Seite hier an, ich glaube ich schnalle mal so'nen Block hier rein.

Herr Z.

Spiegel lügen nicht

Ich sitze im Kino und schaue mir diesen Film an. Ein Mann besucht mit seinen zwei Töchtern seine Mutter, die er seit Jahren nicht mehr gesehen hat, und die nicht zu Hause ist. Die beiden Töchter gehen in das Haus dessen Tür nicht verschlossen, und finden auf dem Sofa Onkel John schlafend vor. Es ist bereits mitten am Tag, und der unrasierte, verkaterte und schlampig gekleidete Onkel John reckt sich und reibt sich die Augen. Ein komischer Typ denke ich mir. In diesem Moment betritt der Vater den Raum, Onkel John sieht in mit müden Augen an.

Ein Schnitt die vier sitzen am unaufgeräumten Küchentisch und unterhalten sich. Onkel John erzählt, das er arbeitslos ist weil er keine Lust mehr hat zu arbeiten und plant Jura oder Medizin zu studieren. Der Vater wirft Onkel John einen verächtlichen Blick zu. John kontert, „vielleicht möchte uns euer Vater auf ein Eis einladen?“ Der Vater gibt den Töchtern seine Kreditkarte und sagt, „Wollt Ihr mit Onkel John einladen!?“ Ich denke mir, was für ein Versager zu pleite um seine Nichten auf ein Eis einzuladen, er muss seinen Bruder anschnorren.

Wieder ein Schnitt, Onkel John und die beiden Töchter im Auto, John fährt und erzählt dabei. Er hat kornische Hippi-Ansichten. Lebt in seiner eigenen Welt, weit entfernt von der Realität und der Gesellschaft. Was für ein Versager denke ich mir. Wieder ein schnitt die drei Sitzen zusammen bei einem Eis. Onkel John legt den beiden immer noch seine komischen Hippi-Ansichten dar. Die Mädchen fragen Onkel John nach seinem Alter. Er sagt Ihnen 31, das kommt euch sicher schrecklich alt vor, und erzählt weiter wirres Zeug über seinen Wiederstand gegen die Gesellschaft, und die Normen. Ich denke mir wie krass, der Typ ist 31 und hat nichts erreicht, keine Kinder, kein Geld, keine Freundin was für ein Versager, hehre Ziele aber nichts dahinter. Er scheint nicht oft mit Kindern zu reden, schon recht nicht mit seinen Nichten aber er ist wenigstens Kinderlieb.

Etwas später im Film kommt es zu einem Streit zwischen Onkel John und dem Vater der Mädchen. Die beiden werden laut, und der Vater beschließt das er und die Mädchen weiter fahren müssen. Erst da umarmt Onkel John seinen Bruder und zeigt ihm was er für ihn empfindet. Ich denke mir, was ein Idiot gefühlskalt ist er auch noch.

Der Film geht weiter und Onkel John spielt keine Rolle mehr. Er war nur eine Nebenfigur in diesem Film völlig unwichtig, nur ein unbedeutender Sidekick um die Story voran zu treiben. Irgendwie läßt mich die Figur Onkel John nicht los, ich weis auch nicht warum.

Ich stehe abends vorm Spiegel und wasche mein Gesicht. Bis es mir plötzlich klar wird. Verdammt der Typ da im Spiegel ist wie Onkel John.

So schmeckt "Erwachsen sein"

Ich komme abends nach Hause, der Tag ist vorbei. Das Gefühl es müsste noch etwas passieren, will mir nicht aus dem Kopf, „Point-of-no-return“ - der Tag ist vorbei, aber das kann doch noch nicht alles gewesen sein. Enttäuscht und gelangweilt gehe ich in die Küche dort steht etwas abgepackter Schokoladenkuchen. Ich entscheide mich dazu Hunger darauf zu haben, und befreie ein Stück aus der Folienverpackung. Etwas zu trinken dazu wäre wohl angemessen, da trifft es sich gut das neben der Spüle eine halbleere Flasche der billigen Oragenlimo steht.

Ich setze mich hin und fange an zu kauen. Der Kuchen ist ziemlich vertrocknet, also versuche ich ihn mit der Limo aufzuweichen und nehme einen Schluck. Was ist das für ein komisch süßer Geschmack in meinem Mund an irgendwas erinnert er mich. Dann fällt es mir wie Schuppen von meinem inneren Auge. Diese süße Pampe in meinem Mund schmeckt nach Kindheit, nach Familienausflügen, nach Spaziergängen mit Mama, nach langen Grillabenden mit Armeisenbissen, nach der großen Schaukel im Garten, nach Kindergeburtstag meines besten Freundes, nach Kirmesbesuchen, nach Abenteuern auf dem alten Zechengelände hinterm Haus, und nach der Musik die aus den Zimmern meiner Brüder kam.

Der süßliche Geschmack verfliegt und es bleibt ein saurer, bitterer Belag auf meiner Zunge. Plötzlich sitze ich wieder alleine in der fahl beleuchteten Küche, und habe das Gefühl es müsste noch etwas passieren. So schmeckt „Erwachsen sein“.


Changes. Just gonna have to be a different man. Time may change me. But I can't trace time.

Alte Kamellen: tief im Westen, wo die Sonne verstaubt ....

Und schon wieder ein alter Text von mir. Ein Fundstück auf meiner alten Homepage. Er beschäftigt sich mit mir und dem Ruhrgebiet. Ich bin mit der Gegend hier auf eine seltsame Art und Weise verwachsen, so scheint es mir manchmal. Ich bin neulich über diese krasse Homepage mit schwarz-weis Fotos aus dem Ruhrgebiet der 80er Jahre gestolpert. Beim durchschauen der Seite kamen jede Menge Erinnerungen und Gefühle in mir hoch. Wie gesagt ich mag das Ruhrgebiet.

tief im Westen, wo die Sonne verstaubt ….

Ich habe momentan viel Zeit und Heute für einen Bekannten eine Besorgung erledigt. Das Wetter ist schön, also mache ich mal wieder eine kleine Fahrt durch meine Heimat.

Das Ruhrgebiet – keine Schönheit, aber trotzdem hänge ich an dieser Gegend. Ich mache im reudigsten Dönerladen von Bochum Pause, hole mir einen Döner mit Schaaf, spüle mit einer Dose Uludag runter – herrlich. Während ich so vor mich hin genieße beobachte ich die Menschen um mich herum. Genau wie das Ruhrgebiet selbst, sind die meisten Leute hier keine Schönheiten, alle wirken eher sehr „kantig“ und zum Teil unfreiwillig grotesk.

Da wäre zum Beispiel die Frau im Anzug mit strähnigen roten Haaren, total aufgetakelt geht sind in die Bank gegenüber. Vorbei an dem Jungen der gerade mit seinem Handy spielt, er hat im Gegensatz zu mir die letzten modischen Trends nicht verpasst. Seine Haare verstecken sich unter einer Mütze die mich an einen Kaffeewärmer erinnert, die Blue Jeans und der langärmelige gelbe Pullover sind Haut eng. Oder die alte Frau die dem älteren Herrn zulächelt, der sie gerade im vorbeigehen gegrüßt hat.

Keine Zeit länger nachzudenken mein Bus kommt. Er ist total überfüllt mit Schülern die nach Hause wollen, Arbeitern die ihre Schicht beendet haben und zufrieden mit sich ihr Bier trinken. Dazu kommen noch ein paar schrullige alte Damen die vom Einkaufen kommen.

Das ganze Ruhrgebiet versinkt um diese Zeit im Verkehrschaos, langsam quält sich der Bus über die viel zu engen Seitenstraßen, oder er steht auf der breiten Zubringerstraße im Stau. Wenn es denn dann mal zügig voran geht spüre ich die notdürftig unter mir geflickte Straße. Ich stehe auf dem Drehkreuz des Gelenkbusses und genieße das Ruckeln in meinem Bauch …

Am Bochumer Hauptbahnhof angekommen, gehe ich durch die U-Bahn in das Bahnhofsgebäude. Der Hauptbahnhof Bochum hat einen ganz besonderen Charme. Seine 60er Jahre Mosaike und die schreiend orangenen Kacheln, wirken zwar abstoßend, aber erzeugen ein vertrautes Gefühl tief in mir.

Die S1 eine der „Schlagadern“ des Ruhrgebiets, bringt mich zurück nach Dortmund, wobei die Grenze zwischen den Städten fast nur auf dem Papier existiert, denn die Häuserriehen neben dem Bahngleis reißen kaum ab.

Ich schaue mich in der S-Bahn um und sehe noch mal die skurrilen Bewohner der Ruhrgebiets. Ich bin einer von ihnen, und ich bin stolz darauf! Ich spüre noch einmal den hektischen Pulsschlag dieser Region, der mit meinem synchron zu schlagen scheint. Ich bin zu Hause und glücklich.

Alte Kamellen: Wenn`s um`s Geld geht ...

Das Internet ist schon eine feine Sache, es hilft einem dabei wie wild zu kommunizieren und seine Zeit totzuschlagen. Ab und zu findet man ein paar übrig gebliebene Fragmente aus seiner eigenen Vergangenheit. So ging es mir zumindest als ich vor ein paar Tagen über die Überreste meiner alten Homepage stolperte. Man sagt ja das Netz vergisst nichts, und so scheint es auch zu sein. Seit Jahren nicht bezahlt, seit Jahren nicht gepflegt, aber immer noch vorhanden.

Nun ja, einige der Texte sind sogar ganz lustig, also »reposte« ich sie mal hier. Dieser Text hier beschreibt meine Erlebnisse in einer Sparkassenfilliale, damals als ich noch soetwas wie Geld besessen habe. Heute habe ich wenn ich eine Sparkasse betrete eher das Gefühl, die netten Mitarbeiter warten nur darauf mich zu überfallen, um mich auszuweiden und meine Innereien gewinnbringend zu verkaufen. Auch egal…

Wenn`s um`s Geld geht …

Unlängst führte mich das Schicksal, zur Sparkasse, um einen Teil meines schwer verdienten Geldes, mittels zweier Überweisungen unter den Bedürftigen zu verteilen. Eigentlich ein ganz einfacher Vorgang, sollte man meinen.

Nun, besagte Sparkassenfilliale besitzt die standartgemäße Auststatung bestehend aus: einem Kontoauszugdrucker, zwei Geldautomaten, einen Überweisungsdrucker, einem multifuntionellen Überweis-o-mat, einen geschmacklosen Teppich und einem Mülleimer. Tische, Stühle und Wachleute gehören wohl offensichtlich nur zur Sonderausstattung der Hauptgeschäftsstelle :)

Also als erstes habe ich mein Glück mit dem multifuntionellen Überweis-o-mat versucht der meine Karte schluckte und nach der Eingabe meiner 4 stelligen PIN auch noch eine 5 stellige S-PIN-Nummer verlangte, da ich nicht wußte was er von mir wollte gab er mir nach drei Versuchen meine Karte zurück. Naja, ein wenig irritiert ging ich zum Überweisungsdrucker, der auch meine Karte schluckte, nach einiger Zeit offensichtlich anstrengenden Nachdenkens, gab er mir meine Karte und einen Haufen halb ausgefüllter Überweisungsformulare zurück.

Wunderbar dachte ich mir, fülle ich doch jetzt einfach den Rest auf den Formularen aus, und fertig bin ich - Ha! - zu früh gefreut, Kugelschreiber gehören nämlich auch zum Sonderzubehör der Hauptgeschäftsstelle. Also schnell zum Einzelhändler gegenüber, um einen Kugelschreiber zu kaufen. Nicht nur das die Schlange an der Kasse Kilometer lang ist, nein man hat sich auch noch an den Kugelschreibermagel in der Sparkasse gegenüber angepasst und dementsprechend die Preise für Kugelschreiber angehoben. Sage und (hoffendlich bald) Schreibe 2.11€ für einen billigen Plastikkugelschreiber.

Endlich zurück in der Sparkassenfilliale, brauchte ich nur einen Tisch, um meine Überweisungsformulare auszufüllen. Ach ja Tische sind ja auch Sonderzubehör. Um so besser das sich ein multifuntioneller Überweis-o-mat auch als Scheibunterlage eignet. Fertig! Naja fasst, die Überweisungen müßen halt noch eingeworfen werden, nur wo? Aber auch dises Problem löste sich, außen an der Sparkasse befindet sich der Hausbriefkasten, in den nach dem Schildchen darüber auch Überweisungsaufträge eingeworfen werden können. Hurra! Geschäft und das nach einer rekordverdächtigen Zeit von 20 Minuten, das soll mir doch mal einer nachmachen.

Punk is not dead

Es gibt ziemlich coole Orte auf diesem Planeten, aber mit die coolsten Orte sind die Plattenläden. Jeder Mensch sollte seinen Lieblings Plattenladen haben und ihm regelmäßig huldigen. Jedem der das hier ließt ist jetzt ziemlich klar, dass ich auch einen Lieblings Plattenladen habe, und lasst euch versichern er ist mit Sicherheit einer der coolsten Orte dieses Planeten.

Also dort gibt es Platten, was jetzt nicht unbedingt das krasse Merkmal ist, das Ihn zu einem wirklich coolen Plattenladen macht. Nein, der Grund dafür das gerade dieser Plattenladen so cool ist, sind seine Besitzer. Früher habe ich Stunden in diesem Laden verbracht, und gehörte schon fast zum Inventar, die Ladenbesitzer und ich wurden gute Freunde. Dann kam die ein oder andere Lebenskriese und ich hatte nicht mehr so viel Zeit mich im Plattenladen herum zu treiben, fast zwei Jahre habe ich mich nicht sehen lassen… Vor ein paar Tagen trieb mich dann doch eine innere Stimme wieder in meinen Plattenladen:

„Tach!“- „Hey, Du bist's sag mal haben wir und eigentlich in diesem Millenium schon gesehen?“ - „Es ist schon'n paar Tage her, aber mir fällt gerade nicht ein was denn größeres nach dem Millenium kommt, sonst könnte ich das genauer spezifizieren….“ - „Los erzähl wie geht's Dir, immer noch am studieren, was hast Du in der Zwischenzeit so getrieben?“ - „Ähhh, also wenn Du heute Überstunden machen willst kann ich ja alles erzählen…“ Das Telefon klingelt. „Sorry, ich muss da jetzt mal kurz ran gehen….“ - hebt den Hörer ab. „Chimprecords featuring Galaktus. Was kann ich für Sie tun?“

Endlich ich bin wieder zu Hause! Es folgen ein paar Stunden der Unterhaltung, über mein Leben, die „Punk-Plattenladen-Indstrie“ und über die Leute, die sich in die Pinkelecke gegenüber setzen.

Ich. „Ahh, wie ich sehe erfreut sich die Pinkelecke immer noch großer Beliebtheit. Habe sie neulich Abend auch mal wieder genutzt, der alten Zeiten wegen.“ - „Ja, neulich ist in der Pinkelecke 'ne Taube gestorben, die lag da so lange bis nichts mehr davon übrig war. Irgendwann ist die Taube einfach vom Dach gefallen und dann ziemlich splattermäßig, auf dem Pflaster aufgeschlagen, richtig mit Blut und so. Kurz danach kam der Erste um auf die Taube zu pinkeln.“ - „Wow! Aber scheint die Leute nicht davon abzuhalten, es sich in der Pinkelecke bequem zu machen..“ - „Nee, wir haben jetzt sogar ein Pärchen, das kommt jeden Tag und knutscht da rum.“ - „Es gibt ja auch nix romantischeres als in der Pinkelecke rum zu machen, also scheiß doch mal auf nächtlichen Sternenhimmel!“ - „Nun, vielleicht sollten sie sich auch einfach nur eine Wohnung suchen.“ - „Ich frage mich ja, ob die Leute die da sitzen keine Nasen haben, ich meine das stinkt doch zum Himmel.“ - „Vielleicht sollten wir mal ein Schildchen anbringen lassen, 'Sitzecke gestiftet durch Chimprecords und Galaktus'.“ - „Hmm, also eigentlich 'n geiler Plan!“

In diesem Moment kommt der zweite Besitzer in den Laden. „Hey, da bist Du ja endlich!“ - „Tach auch.“ Die Unterhaltung geht weiter, ich kann mich allerdings nicht mehr an all zuviele Details erinnern. Nach ein paar Stunden betritt auf jeden Fall ein sehr ungleiches Paar den Laden. Der eine ca. 2 Meter groß, stämmig mit leicht gelockten Haaren, nicht besonders gesprächig. Der andere unter 1,70m um die 50 Jahre, hagere Figur, Profikalkoholiker offensichtlich nicht ganz nüchtern, und sehr mitteilsam. Es entwickelt sich eine Unterhaltung zwischen uns und den Beiden.

Der kleine, mit einer rauen grollenden Stimme. „Booaar neee, wat die alles ha'm. Toll, toll, toll.“ - Ich. „Ja is' echt der Hammer der Laden.“ - „Jau! Hier mein Kollege hat mich ja Heute Morgen von'ne Kautsch geholt, und mich nach Dortmund geschleift.“ - „Is' schon schlimm, wenn man Freunde hat.“ - „Jau! Is ja echt toll hier bei euch! Dortmund is' wirklich schön, viel besser als bei, uns auch die Menschen.“ - „Wo kommste denn her?“ - „Essen!“ - „Essen - ja dann is' klar, dass hier viel besser is'…“ - „Ich hab' da 3 Pferde auf'e Koppel um die muss ich mich auch noch kümmern.“ - „Aso - ähhh - alles klar!“ - „Der Da…“ zeigt auf den großen “.. der weis nicht mehr wo er das Auto geparkt hat.“ - „Wo wart Ihr denn?“ - „Army Shop, da hatte Ich mir schon Klamotten ausgesucht, hatte aber zu wenich Kohle dabei. Denn der da hat mich Heute Morgen von'ne Kautsch geholt.“ - „Aso, der Army Shop is' in die Richtung.“ - „Ne, da ham'wa ja nich' geparkt, da warn'wa nur. Gibt's hier Bier?“ - „Aso, nich' hier im Laden, aber da vorne um'me Ecke an'na Bude. Hans A. für 45 Cent die Flasche.“ - „Ohh, gutes Bier!“ - „Ja, Hauptsache flüssig ne'!“ - „Ja! Sa'ma habt Ihr n' Propekt oder sowas?“ - „Jetzt nicht direkt, aber hier ein Kalender mit Konzerten.“ In die Hand drück. „Ja, das is' doch auch was!“ Steckt sich den Kalender hinter den Gürtel, dort stecken schon unzählige weitere Gegenstände. Eine Frau geht am Laden vorbei, um die 50 nicht gerade schlank. „Jungs - Bei euch sind die Frauen ja richtig hübsch!“ - „Besser als in Essen wa'!“ - „Jau! Wir war'n gerade in 'nem Café da hab' erst mal ein paar nette Frau'n angemacht, der da kriegt ja nie den Mund auf!“ Zeigt auf den großen. Am Schaufenster gehen zwei ca. 16 jährige Gothic-Mädchen vorbei. „Boar! Da muss ich jetz' erst mal…“ Geht zur Tür und ruft etwas herraus. „Hmmgfgfftt Fi**en!“ (← unverständliches aber lautes, und sehr eindeutiges Gebrabbel). Der kleine verläßt den Laden, und rennt den Gothic-Mädchen hinterher Der andere schaut uns etwas verärgert und verwirrt an, um danach dem kleinen hinterher zu rennen. Einer der beiden Ladenbesitzer. „Der war wohl sauer.“ - „Meinste ehrlich?“ - „Glaube schon.“ - „Der kleine war ja auch schon krass, hat ja ziemlich über den großen hergezogen.“ - Ich. „Mensch Jungens wie habe ich das vermisst!“

· 17:35 26.09.2008 · Stefan Zelazny · 0 Kommentare

Wie ich wurde, wer ich bin

Ich heiße gALAKTUS, nein eigentlich heiße ich Stefan, aber gALAKTUS hab ich mich selbst irgendwann einmal genannt. Nun - jeder bekommt einen Namen, aber nur wenige geben sich später selbst noch einen. Warum eigentlich? Egal, darum geht es hier aber auch nicht.

Heute bin ich ziemlich genau 27 Jahre alt und gehöre einer Gruppe an die sich „Scener“ nennt. Scener sind Leute, die sich auf ganz bestimmte Art und Weise mit Computern beschäftigen. Ihnen reicht es nicht, nur damit zu spielen, oder eine Textverarbeitung darauf laufen zu lassen. Nein - sie wollen sich kreativ mit dem Computer auseinadersetzen. Dabei heraus kommen so genannte Demos: das ist eine Mischung aus Computeranimation und Musikvideo. Aber manche malen „einfach nur“ Bilder oder komponieren Musik.

Aber wie kam es dazu, dass ich so wurde wie ich bin? Ich war der jüngste von 4 Jungs. Meine Mama war eine sehr liebe Frau, aber hatte den ganzen Tag damit zu tun, sich um 4 Jungs, eine Katze, ihren Mann und den dazugehörigen Haushalt zu kümmern. Sie hat sich zwar viel Zeit für mich genommen, aber Mutter einer „Großfamilie“ zu sein ist nunmal ein fulltime Job, der, wie das Wort fulltime schon sagt, viel Zeit in Anspruch nimmt. Mein Vater war Bahnbeamter. Wenn er abends nach Hause kam, fiel er vor Müdigkeit fast um, also haben wir auch nicht viel Zeit miteinander verbracht. Meine beiden ältesten Brüder waren damals schon viel zu alt, um sich mit ihrem kleinen Bruder zu beschäftigen - schließlich sind die Freundinnen ja auch vieeel wichtiger. Mein nächst älterer Bruder war zu sehr damit beschäftigt, sein pubertäres Einsiedlerleben zu fristen und seinen kleinen Bruder, Mamas neuen „Günstling“, zu verachten.

Ich war, wie es meine Mutter immer wunderbar zutreffend ausdrückte, ein Einzelkind mit Geschwistern. Ich war zwar schon immer recht kontaktfreudig, aber andererseits mochte ich es, auch nur mit mir alleine zu spielen. Immerhin gibt es dann niemanden, der einem das Spielzeug streitig macht. Und gespielt habe ich viel, ich habe mir lange Zeit gelassen, meine Welt zu entdecken. Meine liebsten Spielzeuge waren ein Panda-Teddy, Bauklötze, eine Holzeisenbahn, Buntstifte, Legosteine, Wachskerzen und Wasser, eine Lupe, mit der man allerhand Sachen machen konnte, ein Haufen Draht, Batterien und Glühbirnen. Mit all diesen Sachen konnte man wunderbare Dinge machen, ich habe eine Bahnstrecke gemalt, die war mindestens 1 Kilometer lang, aus Lego ganze Städte und Paläste gebaut, mit der Lupe Worte in Holz eingebrannt, und mit dem Draht und den Glühbirnen Alarmanlagen gebaut.

Doch das tollste Spielzeug von allen kam als letztes, und ihm bin ich bis heute treu geblieben! Mein Commodore 64, er war das letzte Spielzeug, mit dem ich meiner Phantasie freien Lauf lassen konnte. Mit ihm verbrachte ich Stunden beim Spielen, allein und mit Freunden. Später fing ich an, mehr Elan zu entwickeln und schaute mir an, wie er programmiert wird; gut - über Basic bin ich nie hinausgekommen. Aber mehr brauchte ich auch nie. Meine Kreativität steigerte sich immer weiter und ich tauschte mich mit Gleichgesinnten aus.

So bin ich irgendwann mal in die „Scene“ geraten. Alle Leute, die dort aktiv sind, haben eine ähnliche Geschichte wie ich. Uns alle verband das gemeinsame Interesse am Commodore 64. Viele von ihnen wurden später auch auf dem Amiga und PC aktiv, aber einige blieben ihrem „Brotkasten“ bis heute treu. Es entstanden Freundschaften über viele 1000 Kilometer, Sprachen und Ländergrenzen waren und sind kein Hindernis für uns. Ich habe heute Freunde in aller Herren Länder, angefangen in Österreich, über die Schweiz, Belgien, Holland, Polen, bishin nach Australien und Amerika.

Das alles habe ich dem Commodore 64 zu verdanken! Und ein Stück weit auch, dass ich einen Teil meiner Kindheit hoffentlich nie verlieren werde, und weiterhin mit meinen Freunden auf Partys vollkommen ungezwungen meinen Spaß haben kann. Zusammen mit meinem Lieblingsspielzeug natürlich, dem Commodore 64.

Alte Kamellen: Onkel Galaga's Briefkasten Teil II: Seelenheil durch Auflösung ....

Ich habe ja bereits beim letzten Mal erklärt, das ich wie ein Magnet auf bekloppte wirke. Also wenn man das ganze grafisch darstellen würde, stelle ich mir das ungefähr wie ein Hurrican von oben vor. In der Mitte bin ich und rundherum „wirbeln“ die Freaks und verrückten. Und so kann ich euch auch diesmal wieder eine lustige Geschichte zum besten geben….

Es ist das Jahr 1999, kurz vor Silvester. Alle Leute die Weltuntergangsstimmung verbreiten haben gerade Hochkonjunktur. Und so kam es das ich an einem denkwürdigen Abend jemanden traf, der vom „geheimnisvollen“ Macht zu mir geschickt wurde. Er trug Sandalen und einen Leinenanzug, sah aber ansonsten recht vernünftig aus, also antwortete ich freundlich auf sein Guten Tag, und wir begannen uns zu unterhalten.

Wie gesagt kein Zufall! Er wurde zu mir entsannt, so erklärte er mir mir zumindest. Um zu verstehen worum es geht muss ich jetzt erstmal ganz weit ausholen. Also unser Universum ist nicht so wie es sich die Meisten vorstellen. Also nicht Urknall und unendliche Ausdehnung, alles Quark! Viel mehr gleicht unser Universum einem Topf, unten im Topf sitzen wir die Normalsterblichen. Am Rand des Topfes sitzen die Erleuchteten die es geschafft haben sich aufzulösen, und sich von Ihrer körperlichen Existenz zu trennen. Diese Wesen lenken die Geschicke der Leute im Topf. Die Leute im Topf quälen sich mit Ihren Problemen, die von den Leuten am Rand des Topfes produziert werden. Kurz gesagt im Topf schlecht, am Rand gut! Wie kommt man nun aus dem Topf an den Rand? Nun - da liegt der Hacken, da es ein gewisses natürliches Gleichgewicht gibt, achten die Leute am Rand des Topfes darauf, das nicht zu viele Leute aus dem Topf zum Rand kommen. Denn, sind zu viele am Rand fallen alle wieder rein.

Nun, die einzige Möglichkeit an den Rand zu gelangen ist also von den Randbewohnern auserwählt zu werden. Man erfährt das man auserwählt wurde, von jemand der kurz davor steht sich aufzulösen. Diese Leute geben einem noch einen kurzen Einführungskurs, wie das Universum tatsächlich aufgebaut ist, und wie man sich denn richtig auflöst. Nun, wie das mit dem Universum aussieht hab ich ja bereits erklärt, wie löst man sich denn jetzt auf.

Nichts leichter als das. Der wichtigste Punkt ist, wir haben es nicht anders erwartet, angemessene Kleidung. Genau so, wie man am Sonntag nicht in Bermuda Shorts in Kirche geht, oder nicht ohne Schlips in ein Spielcasino, geht man nicht an den Topfrand ohne die korrekte Kleidung. Ganz so übertrieben ist es nun nicht, aber zu schwere Kleidung verhindert, das korrekte auflösen des Körpers. Ungeeignet sind deswegen, Latex, Leder, und Kort im Prinzip einfach alle etwas schwereren Stoffe. Gut hingegen ist alles was leicht ist, also Seide, Leinen usw. Bitte achtet darauf, zum Zeitpunkt der Auflösung auch keine schweren Schuhe zu tragen, ach ja und Mützen sind auch ganz schlecht. Als ich dann nachfragte wie es denn mit Prothesen und Zahnersatz stehe, wurde mir erklärt das diese sich nicht mit auflösen, und einfach zurück bleiben, genau wie die Kleidung, man muss sie also nicht ablegen. Beachtet aber bitte das Ihr vor der Auflösung eure Amalgan-Füllungen durch Plastik-Füllungen ersetzen lasst, denn Amalgan ist ein zu schwerer Stoff und ist nicht gerade hilfreich, wenn ihr euch auflösen wollt. Das war es auch schon was man zum Thema Kleidung bei Auflösen beachten sollte.

Nun, nachdem ihr jetzt alle Vorbeitrugen getroffen habt, müsst ihr nur noch eure Gedanken vollkommen frei machen. Also gar nichts denken oder Fühlen, dann empfangt Ihr weitere Anweisungen von den Leuten am Topfrand. Die sagen euch dann auch wer als nächstes dran ist mit auflösen, und dem sagt ihr dann noch mal kurz bescheid bevor der Spaß losgeht.

Nun, da ich ja schon fast so weit war mich aufzulösen, denke ich mal wenn ich euch hier schriftlich Bescheid gebe sollte das reichen. Also, wenn wer den Topfrand besuchen will, einfach die Tips von oben beachten, und Verbindung mit den Leuten am Topfrand aufnehmen. Und bitte, wenn Ihr dort angekommen seit, schreibt mir einen Brief, kann doch nicht angehen das ich als Briefkasten Onkel von euch keine Post bekomme ….

Alte Kamellen: Onkel Galaga's Briefkasten

Hmmm, schon länger nichts mehr geschrieben hier. Wird Zeit das sich mal wieder etwas tut. Aber zum Glück habe ich da etwas vorbereitet. In grauer Vorzeit, als ich noch jung war, soooo viel jünger als Heute gab es Computerzeitschriften mit Briefkasten Onkels. Die Leute haben den Onkels Briefe geschrieben, und die Onkels hatten immer schweine coole Antworten. Sowas will ich auch machen wenn ich groß bin dachte ich mir, damit verdient man bestimmt viel, viel Geld.

Naja, ich bin dann größer geworden, und das mit dem Briefkasten Onkel hat auch geklappt. Nur das mit dem Geld ist irgendwie ausgeblieben. Leider haben nicht allzuviele Menschen von meinem Dasein als Briefkasten Onkel etwas mitbekommen, denn die Leserschaft war eher klein und exclusiv und auf viele Ausgaben haben wir es auch nicht gebracht.

Deswegen, hier *live* EXKLUSIV, der online Reprint (vielleicht wird's ja doch was mit dem reich werden), viel Spass:

Onkel Galaga's Sprechstunde

Onkel GalagaHallo, ich bin's der Onkel Galaga euer Briefkasten Onkel. Ja, ja, richtig gelesen, Briefkasten Onkel, denn alle Zeitschriften die etwas auf sich halten, haben so einen. „Bravo“, „Für Sie“ und „Playboy“ glaub ich auch, also mussten wir ja auch einen haben. Warum gerade ich den Briefkasten Onkel mache, nun als Briefkasten Onkel hat man so seine Vorteile, man gehört zur Redaktion, und brauch trotzdem keine Ahnung zu haben. Außerdem darf man ungestraft tratschen, über andere herziehen, und den neuesten Gossip von sich ge-ben, find ich Klasse. Ach ja, und nicht zu vergessen die vielen weiblichen Groupies die einem die Tür einlaufen.

Was der Galaga so treibt, also ich bin unter 27 Jahre alt, und warte zur Zeit auf den Anfang meines Studiums. Vorher hab ich wie man so schön sagt eine handfeste Ausbildung gemacht. Seit ein paar Jahren bin fast mehr auf Demoszene-Partys als zu Hause. Ich bin jede noch so bekloppte Idee zu begeistern, was meistens daran liegt das es meine Ideen sind. Was meine „Computerisierung“ angeht, so hab ich den wohl üblichen Werdegang durchgemacht, also C64, Amiga, PC (bähhhh). Ach ja, vor ein paar Monaten hab ich auf einer der besagten Scene Partys, einen Haufen irrer kennen gelernt, die haben mir gezeigt was man alles mit so'nem komischen Teil, das sich „GP32“ nennt machen kann.

Okay, Ihr könnt mir schreiben was Ihr wollt, und wenn Doktor Sommer eure Fragen nicht beantwortet hat, ich mach's (versprochen). Also wenn eure Freundin zickt, können wir dar-über reden. Ist der Hund gestorben, ich tröste dich! Hast du sonst keine Freunde, ich zieh gerne über dich her!

Also, her mit eurer Post.

**Onkel Galaga**

 Onkel Galaga

Nun, da mir bis jetzt keiner schreiben konnte, erzähl ich einfach mal eine Geschichte die ich so vor ein paar Jahren erlebt habe. Ihr müsst wissen, das ich mich manchmal fühle wie ein Magnet für bekloppte, und weil alle bekloppten sich um mich sammeln, erlebe ich manchmal die merkwürdigsten Situationen. Also, Es war glaube ich 1999, und ich war auf dem Weg von der Berufsschule nach Hause…

Joints, Gitarren und Schaukelstühle …

Als ich mich in die Straßenbahn stieg bemerkte ich schon einen Mann um die Vierzig, lange ungewaschene, steinige, graue Haare, eine Tätowierung auf dem linken Arm, und ein Gesicht, das so ausgetrocknet aussah wie eine alte Baumrinde. Ich versuchte mich möglichst weit weg zu setzten, aber da ich sehr viel Gepäck dabei hatte verlor ich beim „Reise nach Jerusalem“ Spiel gegen die anderen Fahrgäste. Ich saß jetzt also schräg gegenüber und versuchte krampfhaft aus dem Fenster zu schauen.

Tief in Gedanken, den Mann schon fast vergessen, schaute ich auf das bunte Treiben auf der Straße, als eine raue Stimme meine Gedanken zurück in die Straßenbahn zog.

„Ehhhhhhh, langer…….. Ehhhhhhh, Du langer, du mit den langen Haa-ren…..“, es war klar er konnte nur mich meinen. Ihr müsst wissen das ich eine Frisur habe wie ein kommunistischer Bombenleger. Egal, irgendwie musste ich reagieren, also antwortete ich einigermaßen freundlich, „Ja, was gibt´s ?“

„Willst Du nenn´ Joooint?!“, fragte er. „Nein, danke bin naturstoned, ich brauch so was nicht.“, war meine Antwort. „Nun, langer das musst Du wissen. Weist du meine Frau die ist hässlich!“ „Aha, interessant ?!“, gab ich zurück. „Und mit der hab ich auch noch 4 Kinder, die sind alles Taugenichtse.“, konterte er.

„ÄÄÄÄhhhhhh, pfffft.“, sagte ich. „Willst Du nenn´ Joooint“, fragte er. „Nöe“, sagte ich. Er, „… bin arbeitslos seit 2 Jahren,…“. Ich ,“Ähhh, toll.“ Er, „… aber ich kann Gitarre spielen, wenn du Lust hast kannst Du mit mir nach Hause kommen. Willst Du nenn´ Joooint?“ Ich, „Ich hab jetzt grade keine Zeit!“. Er, „Du könntest dich in meinen Schaukelstuhl setzten, dir nenn´ Joooint rauchen, und mir zuhören wie ich auf der Gitarre spiele, und über mein Leben erzähle …“

Ich, „Ähhhh, neee. Moment, ach! Das hier ist meine Haltestelle, ich muss jetzt raus.“ Ich stand auf, nahm meinen Krempel und ging zur Tür. Er, mit weinerlicher Stimme „Ich hab noch nie jemanden getroffen der so verständnisvoll ist wie Du!“ Ich, „Hmmm, äääähhhh, keine Ahnung. Tüss!“ Er, „willst du echt kein Joooint.“ Diesmal konnte ich mir meine Antwort sparen, denn den die Tür ging auf und wies den Weg in die Freiheit.

Die Menschmaschine

Der Mensch denkt in Modellen, zumindest geht es mir so. Also ich noch ein Kind war, hatte ich die fixe Idee ein kleiner Roboter zu sein. Eine Maschine die einen kleinen Menschen simuliert. Ich bin nicht gewachsen, sondern eine ausgeklügelte Hydraulik schob mich langsam auseinander. Alle meine Funktionen waren mechanisch, und alles funktionierte wunderbar. Das Modell ging auf.

Diese Vorstellung ist vielleicht ein bisschen naiv. Aber dieses einfache Modell hat sich bis Heute bei mir gehalten. Wenn ich schon längst nicht mehr möchte, arbeitet diese verdammte Maschine weiter. Ich kann tief in mir Ihr ticken spüren, vollkommen kalt und mechanisch ohne jede Gefühlsregung, sie hat immer funktioniert. Egal wie verzweifelt ich bin, sie arbeitet einfach weiter, und ich – ob ich will oder nicht, muss mitziehen. Sie arbeitet stur ihr Programm ab, fragt nicht nach einem Sinn, sondern funktioniert einfach nur.

Ich kann sie nicht mehr ausschalten, kriege sie nicht mehr aus mir heraus. Ich liege Nachts oft wach und weine, verzweifle weil mein Leben einfach keinen Sinn hat. Meine Gefühle und meine Verzweiflung fressen mich auf. Ich möchte einfach nur noch Schluss machen, Ruhe haben. Aber der Maschine ist das alles egal, sie läuft einfach weiter. Irgendwann schlafe ich dann erschöpft ein, am nächsten Morgen weckt mich die Maschine, zwingt mich dazu weiter zu machen. Sie hat keine Gefühle, kennt weder Liebe noch Gnade, versklavt mich. Wieder spult sie ihr Programm ab, vollkommen ungerührt, egal was passiert. Wie sehr ich auch verzweifele, wie sehr ich auch klage, wie schlecht es mir auch immer gehen mag. Die Maschine macht weiter, lässt mir keine Chance zu entkommen. Gewissermaßen passt sie auf mich auf, verhindert das ich dumme Dinge mache. Nur trösten kann sie mich nicht, mit meinen Gefühlen stehe ich alleine da.

Manchmal glaube ich, ich bin Wahnsinnig, aber auch das ist egal denn die Maschine lässt mich einfach nicht in Ruhe.

· 17:31 26.09.2008 · Stefan Zelazny · 0 Kommentare

Haben wir uns nichts mehr zu sagen?

Manchmal komme ich mir vor wie ein lebendes Fossil, dabei bin ich doch gar nicht so alt. Aber unser neues Komunikationsverhalten läßt mich alt aussehen. Verseht mich nicht falsch ich bin kein Technik-Hasser, die Vorteile von all den netten Spielereien die in den letzten Jahren entwickelt wurden sind mir klar.

Nun mit der Art wie wir sie nutzen bin ich nicht einverstanden. Dank der vielen neuen Komunikationswege wie Skype, ICQ, SMS und diversen Telefon-Flatrates kommunizieren wir wie die Blöden. Total planlos und sinnfrei. Der Inhalt beleibt dabei auf der Strecke, wir kommunizieren miteinander, nur der Inhalt fehlt meistens.

Wir verschicken Millionen von kleinen Nachrichten, tippen hunderte von Mails, ausgedruckte Log's von ICQ-Chats würden ganze Flugzeughangars füllen. Aber kaum Jemand setzt sich hin und schreibt noch einen Brief, vollkommen manuell ohne Textverarbeitung. Ist ja auch viel zu kompliziert, man müsste ja weil es so viel 'Arbeit' ist alles aufzuschreiben mal darüber nachdenken was man zu sagen hat.

Was ich noch viel schlimmer finde ist, das die 'Kunst' einen, echten nicht elektronischen, Brief zu schrieben gar nicht mehr geschätzt wird. Da setzt man sich hin, und schriebt einen Brief, macht sich stundenlang Gedanken darüber wie man sich ausdrückt, feilt an den Formulierungen schreibt ganze Absätze in mühevoller Handarbeit neu. Endlich hat man seine Gefühle mit der eigenen Handschrift auf das Papier gebannt, verschickt den Brief und erhält nie Antwort. Warum? Der Empfänger ist es gewohnt am Tag hunderte von sinnlosen kleinen Nachrichten zu verschicken und zu erhalten, warum sollte man dann auf einen Brief antworten. Beim nächster Gelegenheit erzählt mir dann der Empfänger meines Briefes lang und breit über stundenlange sinnfreie ICQ-Sessions, der Brief wird mit keinem Wort erwähnt. Ein herrliches Gefühl, wenn man weiß das man sich wirklich Mühe gegeben hat, und dann doch ignoriert wird.

Gut Plan A ist gescheitert, versuchen wir Plan B. Verpacken wir den Brief in eine Email, und schicken Ihn nochmal vielleicht gibt es ja dann eine Antwort. Die Reaktion ist schon besser, immerhin wird man jetzt wahrgenommen. Nur, die Antwort lässt immer noch zu wünschen übrig. Ich bin kein großer Literat, in meinen Sätzen liegt keine Poesie, aber ich bilde mir ein mich nur mit Worten adäquat ausdrücken zu können. Die Antwort jedoch wimmelt von Smilies und komischen Hütchen-Augen (besonders beliebt bei Frauen). *Kotz* Niemand scheint mehr darüber nachzudenken das ein Emoticon ein Stilmittel ist, und in Maßen eingesetzt werden sollte. Mal ganz abgesehen davon das ich mich aus irgend einem Grund nicht wirklich ernst genommen fühle .-~-._.-~-._.-~-. . Naja, immerhin hat mein Gegenüber sich stundenlang Zeit genommen seine Aussagen mit antiker Höhlenmalerei zu verschönern.

An manchen Tagen komme ich mir wirklich so vor, als ob Niemand mit mir reden will. Nicht weil Niemand mit mir reden will, sondern weil ich einfach keine blinkenden, knall bunten Massages verschicke, die meinem Gegenüber mit einem nervigen tröten serviert werden. Ich weiß, ich sollte den Mund bzw. die Finger bei mir halten und nicht solche Texte schreiben. Aber, ich bilde mir ein das der Ein oder Andere das hier ließt, kurz nachdenkt und mal wieder einen echten Brief schreibt, oder mal wieder ein tiefgründiges Gespräch führt. Vielleicht ja sogar mit mir.

zuviel Stress im Leben

Ich weiß gar nicht ob Ihr das Problem kennt. Studium, Nebenjob, Familie, Lebensabschnitsgefährte(In), allgemeiner Weltschmerz können sich zu echten Stressfaktoren entwickeln. Was kann man dagegen tun, außer das Studium an den Nagel zu hängen, den Job zu Kündigen, sich von der Familie scheiden zu lassen, und den Lebensabschnitsgefährte(In) einen Kurzurlaub in Sibirien zu schenken…

Die Antwort ist erschreckend einfach! Beruhigende Kätzchenbilder!!

Also, das nächste mal, wenn ihr spazieren geht um die Route für euren Amoklauf abzustecken. Einfach laaaaaange auf ein beruhigendes Kätzchenbild schauen.

Psychologisch besonders wertvolle Kätzchenbilder gibt es hier.

Miau Stefan Z.!

Wenn Konrad Zuse und Douglas Adams zusammen über den Durst trinken

Sicherlich kennt Ihr alle Douglas Adams. Neeee - dann helfe ich jetzt etwas nach. Douglas Adams war der Typ der “Per Anhalter durch die Galaxis“ geschrieben hat, seiner etwas schrulligen Phantasie entstammen Figuren wie Ford Prefect, Zaphod Beeblebrox, Marvin, Fanchurch (das Mädchen das nie den Boden berührt), und Deep Thought.

Letzter ist ja bekanntlich ein riesiger Supercomputer der damit beauftragt wurde die Antwort nach der Frage nach nach dem Leben, dem Universum und Allem, zu suchen die ja bekanntlich 42 ist. Das ist sicherlich nicht die befriedigenste Antwort, was wohl daran liegt das wir die Frage ja gar nicht kennen. Deep Thought kann uns leider die Antwort auch nicht geben, aber er ist immerhin nett genug einen weiteren Supercomputer zu konstruieren der die Antwort geben kann.

Dieser Supercomputer arbeitet total revolutionär, mit einer Biomatrix oder so (ich muß das Whitepaper über diesen Computer nochmal lesen) auf jeden Fall heißt das Teil Erde. Richtig gelesen Erde, und WIR sind alle Teil dieses riesigen Computers! Leider wurde die Erde genau in dem Moment als sich sich Fenchurch (das Mädchen das nie den Boden berührt) darüber klar wurde was denn nun die Frage nach nach dem Leben, dem Universum und Allem ist, zerstört.

KEINE PANIC (⇐ stellt euch diese bitte Buchstaben groß und freundlich vor). Ihr habt den Big Bang nicht verpaßt, und wisst gar nicht das Ihr eigentlich tot seid, oder gewissermaßen schon. Denn die Auftraggeber der Erde haben einfach eine neue bauen lassen, und wir verdrängen einfach vollständig was passiert ist :P (Das einzige Problem ist, das sich Gerüchte schneller ausbreiten als das Licht. Deswegen wird sich wohl etwas von diesem Wissen in Douglas Adams Buch verirrt haben.)

Wo war ich eigentlich stehen geblieben??? Ah ja - also die Erde ist ein RIESIGER Computer, und dieser wird von kleinen weißen Mäusen bedient. Nun, die Idee klingt ausreichend bescheuert, als das sie aus Adam's Repertoir stammt. Nun, ich bin mir nicht mehr ganz sicher…

Und jetzt zu etwas völlig anderem: Konrad Zuse (also dieser Name sollte euch wirklich etwas sagen), gilt als der Erfinder des auf dem Binärsystem basierenden Computers. Neben dieser für uns fast völlig unbedeutenden Erfindung hat sich Herr Zuse noch mehr lustige Dinge ausgedacht. Unter anderem einen vollmechanischen Automaten der Orangen verkauft, ein Elliptisches Kino (das leider nie gebaut wurde) und eine Abhandlung über den Rechnenden Raum.

Was bedeutet das letzte, da ich keinen Bock habe mir hier stundenlang Erklärungen aus dem ärmel zu schütteln, denn ich habe den Kram wirklich gelesen, zitiere ich einfach mal Deep Thought's kleinen Bruder Wikipedia:

1969 schrieb Zuse das Buch Rechnender Raum (Details siehe unter Werke). Darin entwickelte er eine Theorie der zellulären Automaten und wendete sie, ähnlich wie später Stephen Wolfram, auch auf die Kosmologie an.

Mehr brauch ich doch gar' nicht zu sagen, jetzt ist wirklich JEDEM klar worum es geht, der Rest ist vollkommen trivial! Also, Herr Zuse stellte fest, dass das Universum sich wie ein gigantischer Computer verhält (Heute würden wir sagen Quantencomputer), dieser Computer verarbeitet eine riesige zufällige Sequenz von Quantenbits. Aha! Irgenwoher kommt mir das bekannt vor, nur die kleinen weißen Mäuse vermisse ich.

Ich frage mich also, ob Konrad und Douglas irgendwann mal in einer kleinen englischen Kneipe (vermutlich in der Nähe von Lord's Cricket Ground) zusammen bei einer Dose Erdnüsse und ein paar Pint Bier ihre Weltbilder ausgetauscht haben. Ich frage mich auch, ob ich Teil eines gigantischen Computers bin, der die ganze Zeit die Frage nach nach dem Leben, dem Universum und Allem berechnet. Auf jeden Fall bin ich neulich auf dem Weg von der Uni nach Hause einer kleinen weißen Maus begegnet, sie sah' mich äußerst interessiert an und quiekte sich etwas in ihre Schnurbarthaare.

Ist wohl alles Zufall.

Neues vonne H-Bahn

Dieses lustige Fundstück, habe ich bei Durchsehen von einem ziehmlich alten Erstsemesterinfo gefunden.

Viel Spass

H-Bahn Comic 1 H-Bahn Comic 2 H-Bahn Comic 3 H-Bahn Comic 4

· 17:21 26.09.2008 · Stefan Zelazny · 0 Kommentare

Die Wüste Internet

Ich weiss ich bin Informatiker, und ich weiss ich säge den Ast ab auf dem ich sitze. Aber manchaml mache ich mir wirklich Sorgen um die Welt in der ich lebe. Das Internet verleitet die Leute dazu einen Großteil des Lebens mit chatten, sinnlosen Rumgesurfe und stupfer Kurzweil in diversen Community-Sites à la StduiVZ zu verbringen.

Ich bin nicht dem dieser Umstand auffällt. Clifford Stoll ein amerikanischer Astronom hat gleich ein ganzes Buch darüber geschrieben.

Hier ein kleiner Ausschnitt:

Die Wüste InternetComputer und Netzte stehen nicht nur der Arbeit im Wege. Sie trennen uns auch von den Genüssen des täglichen Lebens. Ich habe einmal einen Programmierer getroffen, der den Junk Food, den er im Laufe des Tages zu sich nahm, mit Vitaminpillen ausglich. Und an fast jeder Universität gibt es Geschichten über Studenten, die selbst nachts in Scharen an die terminal schleichen.

Da komme ich ins Nachdenken: Die Kerle essen an der Konsole und nehmen Kalorien auf, ohne das sinnliche Erlebnis einer Mahlzeit zu haben. Ihre Augen sind stundenlang auf denselben Punkt gerichtet. Sie betätigen lediglich ihre Finger. Kein Wunder, daß Erkrankungen der Handwurzelknochen geradezu epidermisch auftreten.

Ich frage mich, ob man Computerfreaks nicht verpflichten sollte, im Interesse der Gesundheitsvorsorge während der Arbeit in Tretmühlen zu laufen. Und eigentlich müßte auch jeder, der mit Rechnern arbeitet, zwecks Hebung des seelischen Wohlbefindens jeden Morgen fünf wikliche Menschen grüßen, bervor er sich einwählt. Und jedes Computerhandbuch sollte abends durch einen Roman abgelöst werden.

Also denkt mal drüber nach…